Gründer








"Mich interessiert was mich bewegt, und bewegt bin ich, wenn mich im tiefsten Inneren mancher Formen die Materie versteckt anblinzelt – wenn ich dort ein Innenleben entdecke, etwas Lebendiges. Darin finde ich etwas anderes als diese kühle, konventionelle algebraische Logik, mit der unsere Umwelt gestaltet wird. Es bereitet mir ein unglaubliches Vergnügen, aus den Formen einen Sinn herauszuholen, einen verborgenen Sinn, Poesie.

Ohne Poesie ist das Leben nur Dasein.“

"


— d.i.

Dominique Imbert

1940 - 2021

Ein humanistisch geprägter visionärer Design-Künstler

"Dominique Imbert, der Gründer von Focus, kommt 1940 in Montpellier (Südfrankreich) zur Welt. Nach einem Literaturstudium in London und Paris bricht er auf, um zunächst in Alaska als Ethnologe und anschließend als Küchenhilfe in Manhattan zu arbeiten, ohne zu wissen warum. Anschließend schreibt er seine Doktorarbeit an der Soziologischen Fakultät der Sorbonne-Universität und unterrichtet als Französischlehrer an einem Pariser Gymnasium. Nach vier Jahren Lehrtätigkeit erscheinen ihm die einseitige Wissensvermittlung und das zermürbende Stadtleben wie zwei irrwitzige, egoistische Ungeheuer, die ihn dazu bewegen, einen Neuanfang in seiner eigens dafür eingerichteten Metallbildhauerwerkstatt im Süden Frankreichs zu wagen. Weit abgelegen, in einem mittelalterlichen Dorf am Fuße der Cevennen, 25 km von Montpellier entfernt, beginnt so für ihn ein neuer Lebensabschnitt, in dem er sich der Schmiedekunst und Bildhauerei hingibt und zeichnet, schweißt, hämmert, formt und das Feuer schürt. Aber w"

Die Philosophie des Designs

Internationale Designerkonferenz, Kiew, Ukraine - Beitrag von Dominique Imbert, Repräsentant der französischen Designer

"Ich habe die freundliche Einladung von Herrn und Frau Bachmann angenommen und freue mich sehr, heute hier bei Ihnen zu sein. Ich bin sehr davon angetan, unsere Kamin-Modelle in ausgezeichneter Gesellschaft zu sehen – neben Modellen von Harrie Leenders und Dani Rutz, deren Design ich sehr schätze.

Damit komme ich auch gleich zu der Frage, zu der ich mir für heute ein paar Gedanken machen sollte: Überlegungen zum Design von Focus, zu meiner Philosophie und meiner Umsetzung von Design.

Als erstes stellt sich für mich die Frage:
Bin ich überhaupt ein Designer?
- Ich habe keine Designerschule besucht,
- ich habe nicht Architektur studiert,
- in meinem ganzen Leben habe ich keinen Zeichenunterricht erhalten,
- ich habe weder Malerei, noch Bildhauerei, noch Bildende Kunst, noch Kunstgeschichte studiert...
Nichts von alledem.

Viele Monate lang habe ich mit einem griechischen Koch in einem indischen Restaurant in London Geschirrspülen gelernt, aber ich koche sehr schlecht indisch und griechisch.
Ich habe Kenntnisse in Ethnologie erworben und eine Weile in Alaska bei den Inuit verbracht, aber ich erinnere mich fast nur noch daran, dass es dort sehr kalt war und alle Leute nach Lachs rochen.

An der Sorbonne in Paris habe ich eine Doktorarbeit in Soziologie gemacht (über „den Einfluss des ästhetischen Faktors der Arbeitsumgebung auf das menschliche Verhalten”...), was mir eine Stelle als Geschichtslehrer in einem Pariser Gymnasium einbrachte.

(Nun gut...) Als wir von einem französischen Minister mit dem Staatspreis für künstlerisches Schaffen ausgezeichnet wurden (Paris 1995), als unsere Modelle in Museen für zeitgenössische Kunst in Bordeaux, Grenoble, Stockholm und im Guggenheim-Museum in New York ausgestellt wurden, als wir Goldmedaillen der „Trophées du Design” (Paris 1995-1997-2001) und den Preis für Innovation der Batimat-Messe (November 1999) erhielten, als Sir Norman Foster mich darum bat, ein Modell speziell für ihn zu gestalten, habe ich mich gefragt, warum. Ich frage mich, wie das gekommen ist, ob ich – wie Obelix – als kleines Kind in einen Design-Kessel gefallen bin. Ich stelle mir ernsthaft die Frage, ob es nicht besser ist, nie in eine Schule zu gehen, um alles selbst lernen und entdecken zu müssen."

"Alles, was ich dazu sagen kann, ist, dass ich als Jugendlicher meine Ferien auf dem Land damit verbrachte, mir beim Dorfschmied Möbel aus Eisen zu machen.

Ich stellte Gebilde aus Stahl her, die ich nicht Skulpturen zu nennen wagte. Und dann packte mich mit 27 Jahren plötzlich diese Krankheit. Daraufhin verließ ich Paris und richtete mir eine Werkstatt in Südfrankreich ein. Dort baute ich Möbel, Skulpturen, Kamine, Objekte und Häuser. Um die Herstellung und den Vertrieb kümmerte ich mich immer selbst.

Auch wenn wir heute rund einhundert Mitarbeiter für Focus tätig sind und wir knapp 50 % unserer Produkte exportieren (West- und Osteuropa, Japan, USA, usw.), versuchen wir weiterhin, Moden und wechselnde Nachfragen zu ignorieren. Ich habe das Glück, mich weiterhin auf Intuitionen verlassen zu können, was mir viel Freude bereitet. Was mich wirklich von einem richtigen Designer unterscheidet: Ich halte mich für unfähig, auf Leistungsverzeichnisse, auf die Wünsche und Anforderungen von Kunden einzugehen. Das, was ich mache, lehrt mich das, was ich suche. Mich interessiert was mich bewegt, und bewegt bin ich, wenn mich im tiefsten Inneren mancher Formen die Materie versteckt anblinzelt – wenn ich dort ein Innenleben entdecke, etwas Lebendiges. Darin finde ich etwas anderes als diese kühle, konventionelle algebraische Logik, mit der unsere Umwelt gestaltet wird. Es bereitet mir ein unglaubliches Vergnügen, aus den Formen einen Sinn herauszuholen, einen verborgenen Sinn, Poesie. Ohne Poesie ist das Leben nur Dasein. Meiner Ansicht nach bringt Design die Spannung zwischen Poesie und Bedarf, zwischen Graphik und Funktionalität, zwischen Gefühl und Verstand zum Ausdruck. Ich bin mir immer noch nicht schlüssig darüber, ob ich tatsächlich Designer bin; doch bin ich mir bewusst, dass ich ein Unternehmen leite, was ich mir nicht ausgesucht habe, und dass ich weiter mit viel Begeisterung Formen aus Stahl und Bronze gestalte, die von manchen als Skulpturen bezeichnet werden. Voilà. In einem anderen Leben werde ich bestimmt Design oder Architektur studieren. Wer weiß, vielleicht werde ich dann Dromedarzüchter oder Offizier in der französischen Armee?"

Ursprünge

Seit ihrer Gründung ist die Marke Focus in Viols-le-Fort angesiedelt, im sonnenverwöhnten Südfrankreich, in dem ehemaligen Wohnhaus von Dominique Imbert, in dem auch der allererste Antéfocus entstand. Hier befindet sich der Firmensitz. In diesem Atelier werden auch die Focus-Modelle entworfen und gezeichnet. Von diesem winzigen mittelalterlichen Dörfchen am Fuße der Cevennen aus exportiert Focus mittlerweile rund um den gesamten Globus.