Die Wahl eines hängenden Kamins erfordert eine präzise Analyse des Ortes: Proportionen, Wegeführung, Gebäudestruktur und das richtige Gleichgewicht zwischen thermischer Leistung und Nutzung müssen berücksichtigt werden.
Mit seiner Kollektion hängender Kamine bietet Focus eine Vielfalt an Modellen, die unterschiedlichsten architektonischen Konfigurationen und Gestaltungsansätzen gerecht werden.
WAS IST EIN HÄNGENDER KAMIN – UND WARUM FASZINIERT ER SO SEHR?
Das Prinzip der Aufhängung: ein Kamin, der den Boden freigibt
Ein hängender Kamin zeichnet sich durch sein Befestigungssystem aus: Statt auf dem Boden zu stehen, wird er über sein Rauchabzugssystem an der tragenden Deckenkonstruktion befestigt. Dieses Konstruktionsprinzip gibt die Bodenfläche frei und setzt das Feuer in direkten Bezug zum Raumvolumen statt zu den Wänden.
Das Rauchabzugssystem ist nicht länger ein verborgenes technisches Element. Es wird zu einer sichtbaren vertikalen Linie, die aktiv zur Raumkomposition beiträgt. Die Feuerstelle, konzipiert für unterschiedlich offene Blickachsen auf die Flammen, kann vollständig oder teilweise verglast sein und sich in manchen Fällen um 360 Grad drehen.
Warum verändert er die Wahrnehmung des Raumes?
Indem er sich vom Boden löst, verändert der hängende Kamin sofort die Wahrnehmung eines Innenraums. Er schafft freie Flächen, vermeidet visuelle Unterbrechungen auf Bodenhöhe und strukturiert die Wegeführung.
Das Feuer wird zu einem autonomen Element im Zentrum des Raumvolumens. Diese Position verändert die Art und Weise, wie Raum erlebt wird. Die Feuerstelle zieht den Blick an und organisiert das Leben selbstverständlich um sich herum. In drehbarer Ausführung ermöglicht sie die Ausrichtung der Flammen und schafft eine freiere, mobile und beinahe spielerische Beziehung zum Feuer.
Das vollständig sichtbare Rauchabzugssystem übernimmt dabei eine strukturierende Funktion. Es zieht eine vertikale Achse von der Decke herab und verankert die Feuerstelle in der Raumhöhe. So bringt der hängende Kamin das gesamte Volumen des Raumes zur Geltung.
Der Ursprung des hängenden Kamins: eine neue architektonische Dynamik
1968 entwickelte Dominique Imbert — damals Bildhauer und späterer Gründer von Focus — den ersten hängenden Kamin der Welt. Das Feuer verließ die Wand und löste sich vom Boden, um vollständig in das Raumvolumen integriert zu werden.
Aus dieser Idee entstand der Gyrofocus, ein Gründungsmodell mit einer doppelten Innovation: der Aufhängung und der 360-Grad-Drehbarkeit der Feuerstelle. Seine organische Form aus schwarzem Stahl mit einem Durchmesser von 1,25 Metern schuf eine sofort erkennbare skulpturale Präsenz, die seither zu einer Designikone geworden ist.
Die Absicht war klar: das Feuer zurück in die Mitte des Wohnraums zu bringen. Indem Dominique Imbert den Kamin von der Wand löste, gab er dem Feuer seine ursprüngliche, zentrale und beinahe sakrale Position zurück – gedacht zum Teilen und Erleben als Ort der Zusammenkunft.
Mit dieser Kreation veränderte sich der Status des Kamins grundlegend. Die hängende Feuerstelle wurde zu einem autonomen Objekt, das Innenarchitektur strukturieren kann. Sie begründete eine völlig neue Kategorie von Kaminen und veränderte dauerhaft die Art und Weise, wie Feuer im Wohnraum gedacht wird.
WIE WÄHLT MAN DEN PASSENDEN HÄNGENDEN KAMIN JE NACH RAUMKONFIGURATION?
Die Wahl eines hängenden Kamins ist nicht allein eine ästhetische Entscheidung. Seine Positionierung und seine Funktionsweise beeinflussen unmittelbar die Organisation des Raumes und die alltägliche Nutzung. Zwei Faktoren sind entscheidend: die Art seiner Integration in den Raum und die gewünschte Nutzung des Feuers.
Die Position der Feuerstelle im Raumvolumen definieren
Die Integration eines hängenden Kamins erfordert eine präzise Analyse des Raumes. Er fügt sich in ein Volumen ein, das er offenlegt und strukturiert. Die Raumhöhe spielt dabei eine wesentliche Rolle. Sie beeinflusst sowohl die Wahl der Proportionen des Kamins als auch die Länge des Rauchabzugssystems, dessen vertikale Präsenz den Blick nach oben lenkt. Großzügige Deckenhöhen sind ein klarer Vorteil, da sie großformatigen Modellen erlauben, ihre volle Wirkung zu entfalten.
Ebenso wichtig ist die Analyse der Wegeführung. Ein hängender Kamin beeinflusst die Art und Weise, wie der Raum genutzt und erlebt wird. Je nach Position kann er eine Achse betonen, einen Übergang markieren oder zu einem räumlichen Zentrum werden.
Ein hängender Kamin kann zentral positioniert sein, also im Mittelpunkt des Raumes stehen (siehe unseren Artikel über zentrale Kamine), er kann aber ebenso versetzt angeordnet werden, Räume voneinander trennen oder mit einer Wand in Dialog treten. Entscheidend ist, dass die Bewegungsfreiheit erhalten bleibt: Die Wegeführung rund um den Kamin darf niemals eingeschränkt wirken. Genau diese Präzision der Platzierung ermöglicht es dem Kamin, seinen Platz selbstverständlich einzunehmen, ohne den Raum zu begrenzen.
Die Energiequelle entsprechend der Nutzung wählen
Die Wahl der Energiequelle basiert nicht allein auf technischen Kriterien. Entscheidend ist vor allem die gewünschte Nutzung des Feuers — Heizen oder Atmosphäre — sowie die Art und Weise, wie sich der Kamin in den Alltag integriert.
Holz bleibt eine echte Heizlösung. Es bietet ein authentisches sinnliches Erlebnis: sichtbare Flammen, das Knistern des Feuers und den Rhythmus der Verbrennung. Gleichzeitig verlangt es eine gewisse Verfügbarkeit und gehört zu einer ritualisierteren Art des Feuergenusses.
Gas setzt auf Bedienkomfort und Kontrolle der Flammen. Die Zündung erfolgt einfach, die Flamme lässt sich regulieren und die Intensität präzise steuern. Es entspricht dem Wunsch nach Konstanz und Komfort.
Bioethanol und elektrische Lösungen, die ohne Rauch und ohne externes Rauchabzugssystem funktionieren, bieten eine außergewöhnliche Freiheit bei der Installation – sowohl in Häusern als auch in Wohnungen, im Erdgeschoss oder in oberen Etagen.
Jede Energiequelle schafft somit eine andere Beziehung zum Feuer und zu seiner Nutzung. Entscheidend ist die Kohärenz zwischen Raum, Nutzung und Funktionsweise des Kamins, damit er sich selbstverständlich in den Alltag integriert.
Die Installation eines hängenden Kamins
Die Aufhängung eines Kamins setzt eine vorherige Analyse der Gebäudestruktur voraus. Die technische Machbarkeit hängt davon ab, ob die Konstruktion das gesamte System tragen kann: Feuerstelle, Rauchabzugssystem und Befestigungsplatte an Decke oder Dach.
Ebenso muss die Führung des Rauchabzugssystems frühzeitig eingeplant werden, insbesondere beim Durchgang durch Geschosse und beim Austritt über das Dach. Bei Neubauten sollten diese Elemente idealerweise bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden, lassen sich jedoch auch in Renovierungsprojekten anpassen.
Bei einem holzbefeuerten Kamin muss die Installation zwingend auf einem nicht brennbaren Boden erfolgen. Diese Art von Feuerstelle entwickelt eine hohe Wärmeleistung und ist nicht mit Fußbodenheizungen kompatibel.
Die Positionierung des Modells muss außerdem die Sicherheitsabstände zu umliegenden Materialien sowie die Lüftungsbedingungen des Raumes berücksichtigen – insbesondere in modernen Niedrigenergiegebäuden.
Wie jede Kamininstallation muss auch ein hängendes Modell den geltenden Vorschriften entsprechen, um eine sichere, langlebige und normgerechte Installation zu gewährleisten.
Die Begleitung durch einen autorisierten Focus-Partner ist unerlässlich, um technische Entscheidungen zu validieren und eine sichere, normgerechte und dauerhafte Installation sicherzustellen.
Die Begleitung durch Focus – unabhängig vom Ausgangspunkt des Projekts
Jedes Projekt eines hängenden Kamins entsteht aus einem anderen Kontext: einer klar definierten Idee, einer laufenden Überlegung oder einem von Architekten geführten Projekt. Focus passt sich jeder Situation an, um die Integration des Kamins in den Raum optimal zu begleiten.
Diese Begleitung basiert auf einem Netzwerk von autorisierten Partnern, die speziell für hängende Modelle geschult werden. Sie übernehmen vor Ort Beratung, Aufmaß und die Analyse der strukturellen Gegebenheiten. Je nach Projekt erfolgt diese Arbeit gemeinsam mit dem Architekten über den Architektenservice, um die Kohärenz mit dem gesamten architektonischen Konzept sicherzustellen.
Die technischen Elemente werden anschließend von Focus analysiert und validiert; falls erforderlich, werden die Installationsbedingungen angepasst. Diese Organisation gewährleistet eine perfekte Abstimmung zwischen Modell, Positionierung und den Eigenschaften des Raumes.
Ziel ist nicht eine standardisierte Lösung, sondern die passende Antwort für jedes Projekt und jede Nutzung.
FOCUS – PIONIER DES HÄNGENDEN KAMINS
Eine vollständige Kollektion hängender Kamine
Über Jahrzehnte hinweg setzte Dominique Imbert — Pionier des hängenden und drehbaren Stahlkamins — seine Suche nach dem schwebenden Feuer fort. Daraus entstand eine strukturierte Kollektion von Modellen mit gemeinsamer Formensprache. Proportionen, Öffnungssysteme und Blickachsen auf das Feuer: Jedes Modell bietet eine eigenständige Interpretation des hängenden Kamins.
Organische Linien und reduzierte Formen definieren eine konsistente gestalterische Identität. Diese Kohärenz ermöglicht Antworten auf unterschiedlichste architektonische Situationen – vom Slimfocus mit seinem Durchmesser von nur 33 cm bis hin zum Gyrofocus, spektakulär mit seinem Durchmesser von 1,25 Metern und seiner fliegenden-Untertassen-Silhouette.
Diese Vielfalt erlaubt die Integration des Kamins in sehr unterschiedliche Architekturen und reagiert auf Raumvolumen, Nutzungen und architektonische Ambitionen.
Die Neuauflage ikonischer Modelle als Antwort auf zeitgenössische Herausforderungen
Die Modelle von Focus mit ihren organischen Linien und skulpturalen Dimensionen wurden ursprünglich nicht für heutige Umwelt- und Energieanforderungen konzipiert. Anders als standardisierte Marktansätze basiert jedes Focus-Modell auf einer spezifischen Konstruktion mit eigener Brennkammer. Diese Besonderheit stellte eine große Herausforderung dar, als die Modelle an die Ecodesign-Vorgaben für Holzfeuerungen sowie an neue Energiequellen angepasst werden mussten — ohne jemals das ursprüngliche Design zu verändern.
Nach mehreren Jahren Forschung und Entwicklung gelang es Focus, diese Herausforderung erfolgreich zu meistern und seine ikonischen Modelle an zeitgenössische Standards anzupassen. Die Neuauflage des Gyrofocus in seiner verglasten Ecodesign-Version erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen. Dazu zählen insbesondere der Gold Award des German Design Award 2023 in der Kategorie „Excellent Product Design – Classic and Re-edition“ sowie die Sustainability Mention der Archiproducts Design Awards 2021, die das Engagement der Marke für Ökodesign und kontrollierte Umweltverträglichkeit würdigen.
Dieser Ansatz wurde auch auf andere Energiequellen wie Gas und Bioethanol übertragen. Der Ergofocus in der Gasversion mit Deckenanschluss steht exemplarisch für diese Entwicklung. Ausgestattet mit einem patentierten System erhielt er 2024 einen German Design Award sowie zwei amerikanische Auszeichnungen: den Good Design Award 2023 und den New York Product Design Award 2025.
Eine französische Produktionsphilosophie mit EPV-Auszeichnung
Die Fertigung der Focus-Modelle in Frankreich geht auf eine grundlegende Entscheidung von Dominique Imbert selbst zurück. Verstärkt wurde dieser Ansatz 1993 durch die Übernahme der Produktionsmanufaktur.
Diese industrielle Entscheidung wird bis heute fortgeführt – getragen vom klaren Willen der heutigen Unternehmensleitung, trotz Marktveränderungen weiterhin ohne Produktionsverlagerung in Frankreich zu fertigen. Diese Kontinuität ermöglicht die vollständige Kontrolle der Produktionskette, die Entwicklung von Innovationen direkt in den Werkstätten und die Treue zum ursprünglichen Design jedes Modells.
Die Produktion in Frankreich bedeutet zugleich besondere Aufmerksamkeit für Arbeitsbedingungen, Teams und Umweltverträglichkeit. Dieses Engagement zeigt sich in einer verantwortungsvollen Produktion, die in ihrer Region verwurzelt ist und den respektvollen Umgang mit Ressourcen in den Mittelpunkt stellt.
Dieser Ansatz wird durch das Label „Entreprise du Patrimoine Vivant“ (EPV) anerkannt, das vom französischen Staat an nur rund eintausend Unternehmen für die Exzellenz ihres handwerklichen und industriellen Know-hows verliehen wird.