Als Teil der Wand steht der Wandkamin in einer besonderen
Beziehung zur Architektur. Im Gegensatz zu einem modernen Kamin in zentraler
Ausführung nimmt er nicht die Mitte des Raumes ein. Er fügt sich in die Wand
ein, tritt mit ihr in Dialog und trägt zu ihrer gestalterischen Wirkung
bei.
Diese Art der Installation bewahrt die Bewegungsfreiheit
im Raum und verleiht dem Feuer zugleich eine starke Präsenz. Die Wahl des
Modells, die Abmessungen der Wand sowie die technischen Gegebenheiten
beeinflussen seine Integration unmittelbar. Als architektonisches Element und Feuerstätte
zugleich findet der Wandkamin seinen Platz in unterschiedlichsten Projekten –
vom historischen Bestand bis zur zeitgenössischen Architektur.
WAS IST EIN WANDKAMIN?
Ein an der Wand befestigter Kamin mit frontalem Blick auf
das Feuer
Ein Wandkamin ist eine Feuerstelle, die an einer Wand
befestigt wird. Im Gegensatz zu einem bodenstehenden Zentralkamin oder einem hängenden Zentralkamin befindet er
sich nicht im Zentrum des Raumvolumens, sondern setzt die bestehende Wandfläche
fort. Diese Anordnung begünstigt einen frontalen Blick auf das Feuer und
schafft eine enge Beziehung zwischen Feuerstelle, Wand und dem sie umgebenden
Raum.
Je nach Modell können die verglasten Flächen der
Feuerstelle seitlich weiter geöffnet sein, doch das Feuer wird in erster Linie
von vorne betrachtet.
Eine Alternative zu Zentralkaminen
Die Wahl zwischen einem Wandkamin und einem Zentralkamin
hängt vor allem von der Raumkonfiguration ab.
Ein Zentralkamin nimmt das Herzstück des Raumes ein und
organisiert die Nutzung rund um das Feuer. Der Wandkamin verfolgt einen anderen
Ansatz. Durch seine Position an einer Wand bleibt die Raummitte frei und
die Wegeführung wird bewahrt.
Diese Anordnung ermöglicht eine größere Freiheit bei der
Möblierung. Die Einrichtung kann sich freier innerhalb des Raumvolumens
entfalten und auf den Wandkamin ausgerichtet werden. Das Feuer behält seine
starke Präsenz, während die Mitte des Raumes verfügbar bleibt.
Eine Lösung für Räume, die durch Wände strukturiert
werden
Der Wandkamin findet ganz selbstverständlich seinen Platz
in Innenräumen, deren Organisation bereits durch die Wände geprägt wird. Im
Gegensatz zu einem Zentralkamin zielt er nicht darauf ab, das Raumvolumen zu
besetzen, sondern sich in eine bestehende Architektur einzufügen.
Die Materialien der Wände tragen wesentlich zur Wirkung
des Feuers bei. Der Kamin wird Teil eines größeren Ganzen, in dem Architektur,
Materialien und Feuerstelle miteinander in Beziehung treten. Der Wandkamin
trägt somit dazu bei, die bestehende Architektur hervorzuheben, statt ein neues
autonomes Element im Raum zu schaffen.
WARUM EINEN WANDKAMIN WÄHLEN?
Die Raummitte freihalten: eine platzsparende Lösung
Einer der größten Vorteile eines Wandkamins liegt in
seiner Fähigkeit, den verfügbaren Raum zu bewahren. Durch seine Position
an der Wand beansprucht er nicht die Mitte des Zimmers und ermöglicht eine
freie Bewegung rund um die Möblierung.
Diese Lösung eignet sich besonders für Räume mit
begrenzter Fläche oder für Wohnbereiche, die mehrere Nutzungen aufnehmen
sollen, ohne überladen zu wirken: ein Wohnzimmer mit Essbereich, eine Leseecke
oder ein Raum mit großzügiger Öffnung nach außen. Der Kamin wird so zu einem
Bezugspunkt, ohne die alltäglichen Nutzungen zu beeinträchtigen.
Eine Wand gestalten und einen Blickfang schaffen
Je nachdem, wie der Wandkamin an das Rauchabzugssystem
angeschlossen wird, verändert sich seine Wirkung auf die Wand.
Bei einer vertikalen Abführung wird die Feuerstelle durch
ein sichtbares Rauchabzugssystem verlängert, das sie mit der Decke verbindet.
Das Gesamtbild schafft eine starke Achse auf der Wand und betont die
Vertikalität des Raumes.
Bei einer rückseitigen Abführung verschwindet das
Rauchabzugssystem hinter der Wand. Die Feuerstelle wird dann zum einzigen
visuellen Bezugspunkt auf der Wandfläche.
Je nach Proportionen des gewählten Modells kann sich der
Wandkamin dezent integrieren oder zum dominierenden architektonischen Element
der Wand werden, an der er installiert ist.
Eine Naturstein-, Beton- oder Ziegelwand aufwerten
Der Wandkamin steht in direktem Dialog mit seinem
architektonischen Hintergrund. Eine Naturstein- oder Ziegelwand hebt den Stahl
der Feuerstelle durch den Kontrast der Materialien hervor. Auf
Sichtbeton fügt sich der Kamin in eine zeitgenössischere Ästhetik ein.
Die Wahl des Modells kann daher nicht von dem Material
getrennt betrachtet werden, das es aufnimmt. Größe, Struktur, Farbe und Präsenz
der Wand im Raum tragen zum Gleichgewicht des Projekts bei.
In manchen Innenräumen hebt der Kamin eine bestehende
Wand hervor. In anderen wird er zum Ausgangspunkt für die Gestaltung einer
Wand, die eigens für die Aufnahme des Feuers konzipiert wird.
WELCHE KRITERIEN SIND BEI DER INSTALLATION EINES
WANDKAMINS ZU BERÜCKSICHTIGEN?
Die Installation eines Wandkamins erfordert die Analyse
sowohl der Eigenschaften des Raumes als auch des gewählten Modells. Das
Raumvolumen, die Beschaffenheit der Wand, die Führung des Rauchabzugssystems
und die Sicherheitsabstände bestimmen die Umsetzbarkeit des Projekts.
Das richtige Verhältnis zwischen Modell und Wandfläche
finden
Ein Wandkamin ist Teil einer architektonischen
Komposition. Seine Auswahl hängt ebenso vom Raumvolumen wie von den
Abmessungen der Wand ab, an der er installiert wird.
Ein großformatiges Modell benötigt ausreichend Fläche, um
seine Präsenz voll entfalten zu können. Umgekehrt kann eine kompaktere
Feuerstelle besser zu einer schmalen Wand oder einem kleineren Raum passen.
Ziel ist es, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den
Proportionen des Modells, denen der Wand und denen des gesamten Raumes zu
schaffen.
Die Wand: Anforderungen und Vorsichtsmaßnahmen
Die Beschaffenheit der Wand ist ein wesentlicher
Bestandteil der Projektplanung. Sie muss ausreichend tragfähig und nicht
brennbar sein, um die Feuerstelle aufnehmen zu können und den
Sicherheitsanforderungen aufgrund der entstehenden Wärme zu entsprechen.
Naturstein-, Beton- oder Sichtziegelwände stellen in der
Regel geeignete Untergründe dar. Sind sie verputzt, kann ein zusätzlicher
Schutz erforderlich sein.
Bei einer Gipskartonwand muss eine nicht brennbare
Ausführung gewählt werden, die den Anforderungen an die Hitzebeständigkeit entspricht.
Die Prüfung der Wand gehört zu den unverzichtbaren Voruntersuchungen vor jeder
Installation.
Vertikale oder rückseitige Abführung: Wo liegt der
Unterschied?
Die meisten Wandkamine werden an ein vertikales
Rauchabzugssystem angeschlossen, das über das Dach geführt wird. Diese
Konfiguration wird als vertikale Abführung bezeichnet und stellt die häufigste
Installationsart dar.
Einige Focus-Modelle sind auch mit rückseitiger Abführung
erhältlich, wenn die Wand direkt an den Außenbereich grenzt. In diesem
Fall werden die Rauchgase horizontal durch die Wand abgeführt, ohne sichtbares
Rauchabzugssystem in den darüberliegenden Geschossen.
Sicherheitsabstände
Wie jede holzbefeuerte Feuerstelle muss auch ein
Wandkamin bestimmte Sicherheitsabstände zu umliegenden Materialien und
Einrichtungselementen einhalten.
Diese Anforderungen variieren je nach Modell und
Konfiguration. Sie betreffen insbesondere Wandverkleidungen, Möbel und
Ausstattungen in der Nähe der Feuerstelle.
Die im Vorfeld durchgeführte technische Analyse
ermöglicht die Überprüfung der Konformität des Projekts und gewährleistet eine
Installation, die den Eigenschaften des Ortes entspricht.
DIE WANDKAMINE VON FOCUS: HOLZBEFEUERTE MODELLE
Die Wandkamine von Focus gehören zur Heizkollektion
der Marke. Sie werden mit Holz betrieben und verbinden die Präsenz des Feuers
mit Energieeffizienz, die den heutigen Anforderungen entspricht. Einige Modelle
nehmen dabei einen besonderen Platz in der kreativen Geschichte von Focus ein.
Edofocus und Emifocus: der japanische Einfluss im Werk von Dominique Imbert
Der Einfluss Japans zieht sich durch zahlreiche
Kreationen von Dominique Imbert, dem Gründer von Focus. Besonders deutlich wird
er beim Emifocus und beim Edofocus, zwei Wandmodellen, die sich durch die
Schlichtheit ihrer Linien und die Zurückhaltung ihrer Präsenz auszeichnen.
Der 1972 geschaffene Emifocus verdankt seinen Namen dem
japanischen Vornamen Emi, dessen Schriftzeichen Schönheit und Wohlwollen
ausdrücken. Sein reduziertes Design spiegelt Dominique Imberts Interesse für
die Zen-Ästhetik und für auf das Wesentliche reduzierte Formen wider.
Der Edofocus entstand 1990 im Rahmen eines
Wohnbauprojekts in Japan. Sein Name bezieht sich auf die Edo-Zeit, eine Epoche
politischer Stabilität und kultureller Entwicklung, die die japanische
Geschichte nachhaltig geprägt hat.
Über ihren Ursprung hinaus zeugen diese beiden Modelle
von derselben Suche: einer kontrollierten Präsenz des Feuers im Raum.
Slimfocus: eine Wandversion mit rückseitiger Abführung
Der Slimfocus wurde entwickelt, um den Anforderungen von
Räumen gerecht zu werden, in denen jeder Zentimeter zählt. Sein besonders
geringer Durchmesser – nur 33 cm – ermöglicht seine Integration in Situationen,
in denen ein größeres Modell keinen Platz finden würde.
Als Wandversion mit rückseitiger Abführung stellt er eine
geeignete Lösung dar, wenn die Wand direkt an den Außenbereich grenzt. Diese
Konfiguration vermeidet die Führung eines Rauchabzugssystems durch die
darüberliegenden Geschosse.
Sowohl durch seine Proportionen als auch durch seine
visuelle Zurückhaltung verkörpert der Slimfocus eine andere Art, das Feuer in
die Wand zu integrieren.
In Frankreich gefertigte Wandkamine
Wie alle Focus-Modelle werden auch die Wandkamine in
Frankreich in der eigenen Manufaktur von Focus in der Provence gefertigt. Dort
wird Stahl durch die Verbindung industrieller Verfahren und handwerklicher
Arbeit verarbeitet: Formen, Montieren, Schweißen, Veredeln und die
Kontrolle jedes einzelnen Bauteils.
Dieses Know-how wurde mit dem Label „Entreprise du
Patrimoine Vivant“ (EPV) ausgezeichnet, einer staatlichen Anerkennung für
französische Unternehmen mit außergewöhnlichen handwerklichen und industriellen
Kompetenzen.
Jedes Projekt wird von einem autorisierten Focus-Partner
begleitet, der sowohl in technischer Hinsicht als auch im Geist der Marke
geschult ist, um eine Integration sicherzustellen, die den Eigenschaften des
Ortes und den Anforderungen des gewählten Modells entspricht.